FortSchritt St. Leon-Rot e.V.

Kronauerstraße 118a • 68789 St. Leon-Rot

 

      +49 6227 - 859 37 67 

      +49 173 - 322 59 92

      info@fortschritt-slr.de

      www.fortschritt-slr.de

T:

M:

E:

W:

  • facebook

© 2015 FortSchritt St. Leon-Rot /// Impressum /// Datenschutzerklärung

Förderung nach Petö

Die Förderung nach Pető wurde von dem ungarischen Bewegungspädagogen Prof. Dr. András Pető entwickelt.

Nach seinem Studium der Medizin in Wien arbeitete Pető in verschiedenen medizinischen Einrichtungen sowie am Wiener Institut für Physiotherapie, ehe er nach Budapest zurückkehrte und als Heilgymnast wirkte.

 

Mit seinem Konzept der „Konduktiven Förderung“, einem System zur Behandlung zerebraler Bewegungsstörungen, verfolgte er das Ziel, die weitgehende Unabhängigkeit eines Betroffenen von Hilfsmitteln und Personen im alltäglichen Leben zu erreichen. Die Idee der Förderung nach Pető besteht darin, körperlich behinderten Kindern mit Hilfe einer Bezugsperson, dem Konduktor, eine Gruppentherapie zu ermöglichen, so dass sie sich gegenseitig motivieren und Nachahmungseffekte mit einfließen können. Im Mittelpunkt steht dabei immer das Kind als emotionales Wesen mit seiner Persönlichkeit.1948 gründete Pető das Institut für Bewegungstherapie in Budapest, das die Förderung nach Pető weltweit salonfähig gemacht hat

Wer wird gefördert?

Unsere Förderung kommt Kindern und Erwachsenen mit zerebralen Entwicklungsstörungen wie Ataxie, Spastik, Athetose, Multiple Sklerose, Schlaganfall oder Querschnittslähmungen zu Gute und steht mit der elterlichen Erziehung sowie der schulischen Bildung im Einklang.

 

Zuvor muss eine ärztliche Untersuchung bescheinigen, dass einer Förderung nach Pető nichts entgegensteht.

 

Ziel unserer Förderung ist eine maximale Unabhängigkeit der Kinder und Erwachsenen

  • von Menschen und Hilfsmittel durch das Erlernen motorischer Grundfähigkeiten wie Sitzen, Gehen und Laufen. Zudem werden die Feinmotorik und koordinative Eigenschaften trainiert.

  • in ihren intelektuellen sowie sozial-emotionalen Fähigkeiten, also Sprechen, Lesen, Schreibenund Rechnen sowie in ihrem psychologischen Handeln.

  • beim Essen, Ankleiden und der täglichen Hygiene - eben in allen Bereichen des praktischen Lebens.

Marco, Timo und Maris tragen Sportkleidung. Die 17 Jährigen sind große Fußballanhänger und fiebern bei den meisten Heimspielen von1899 Hoffenheim live im Stadion mit. Doch selbst werden sie nie  gegen einen Ball treten und sich mit anderen Jugendlichen im sportlichen Wettkampf messen können.

 

Die Jungs leiden an einer Infantilen Zerebralparese, kurz ICP, im allgemeinen Sprachgebrauch auch Spastik genannt. Diese Behinderung, deren Ursache in einer meist durch Sauerstoffmangel hervorgerufenen frühkindlichen Hirnschädigung liegt, verursacht Störungen des Nerven- und Muskelsystems und fesselt die jungen Männer an den Rollstuhl. Und trotzdem tragen Marco, Timo und Maris die Sportkleidung aus gutem Grund. Denn mit Gehhilfen wie Einpunkt- oder Vierpunktstöcken sind sie immerhin in der Lage, alleine aufzustehen, ein paar Schritte zu gehen und im Kraftraum Übungen zu machen. Zum Beispiel auf dem Laufband.

 

Vom Rolli über den Vier-und Einpunktstock bis hin zum freien Gehen – erst 20, dann 30 oder sogar 40 Schritte: Die Erfolge der Förderung nach Pető können sich sehen lassen. Bei dem einen mehr, bei dem anderen vielleicht etwas weniger. 

 

Die Übungen bedürfen immer der höchsten Konzentration. „Manch einer ist über seine eigene Leistung, plötzlich frei stehen zu können, so erschrocken, dass er prompt umgefallen ist“, sagt Ursula Stampfer, zweite Vorsitzende des FortSchritt St. Leon-Rot e.V.

 

Der Verein beschäftigt eine festangestellte Therapeutin. Diese hat in Budapest ein vierjähriges Studium zur Konduktorin absolviert. „Jedes Kind benötigt eigene Ziele“, sagt sie. „Die einen lernen schneller laufen, die anderen schneller, Nudeln selbst zu essen.“ Dinge, die dem  „normalen“ Betrachter gar nicht auffallen, können riesige Meilensteine sein.

In seinem neuen, im September 2009 bezogenen Raum, in St. Leon-Rot stehen dem FortSchritt St. Leon-Rot e.V. nun 90 Quadratmeter, sowie ein Büro zur Verfügung.

Erfahrungsbericht